Orgel

Die Orgel in der St. Marien Kirche zu Loxstedt – ihr Kunstwert und ihre wechselvolle Baugeschichte

©H. Schöttke

Von den drei erhaltenen Werken des Glückstädter Orgelbauers Johann Matthias Schreiber hat die Loxstedter Orgel noch den größten Bestand an historischen Pfeifen, was den ganz besonderen Wert dieser schönen spätbarocken Orgel ausmacht. Von den insgesamt 21 Registern (Pfeifenreihen) stammen 9 noch von Schreiber selbst (1771), 3 wurden von ihm aus einer älteren Orgel übernommen, 6 stammen von Wilhelmy (1786) und nur 3 wurden von Führer (1983) rekonstruiert. So ist die Pflege und Erhaltung dieses bedeutenden Kunstwerks, das 1982/83 zum letzten Mal gründlich instandgesetzt wurde, eine wichtige kulturelle Aufgabe.

Die Orgel in der St. Marien Kirche zu Loxstedt, erbaut ab 1769, ist das letzte Werk des Glückstädter Orgelbauers Matthias Schreiber, der während des Baus 1771 in Loxstedt starb und auch dort beerdigt wurde. So konnte er sie nicht mehr vollenden. Wegen rechtlicher Schwierigkeiten konnte die Fertigstellung erst 10 Jahre später in Auftrag gegeben werden, nun bei Georg Wilhelm Wilhelmy aus Stade, dessen Arbeiten sich bis 1786 hinzogen. Nachdem auch diese Arbeiten nicht zufriedenstellend ausgefallen waren, hat schließlich Johann Wolfgang Witzmann aus Nesse 1789 das Werk vollendet.

Johann Matthias Schreiber war ein vielgereister, genialer Orgelbauer. 1709 war er in Dusemund an der Mosel geboren und kam vermutlich durch den Weinhandel bis an die Niederelbe. Hier erlernte er bei Dietrich Christoph Gloger in Stade das Orgelbauerhandwerk. Nachdem er bei Johann Albrecht (Lamstedt) mitgearbeitet und die von diesem begonnene Reparatur der Arp-Schnitger-Orgel in Mittelnkirchen beendigt hatte, ließ er sich 1750 in Glückstadt nieder, erwarb dort das Bürgerrecht und heiratete die Tochter des dortigen Amtsschreibers. 1754 erhielt er das Privileg des Dänischen Königs, wonach er viel in Schleswig-Holstein tätig war. Von seinen Neubauten sind die Orgeln in Neuendorf bei Elmshorn, Koldenbüttel in Norder-Dithmarschen und in Loxstedt größtenteils erhalten geblieben. Orgelprospekte von ihm sind noch in Rellingen, Mittelnkirchen und Dorum zu sehen. Witzmanns einziger erhaltener Orgelneubau steht in Zetel (Friesland).

Zu Veränderungen kam es an der Loxstedter Orgel 1852, als nach einem Kirchturmbrand der Beverstedter Orgelbauer Johann Hinrich Röver die Orgel gründlich reparierte und dabei einige Umbauten vornahm (Verlegung von Balganlage und Pedalwerk), und 1934 durch Paul Feucht aus Hamburg (Dispositionsänderungen). Die 1935 unter Denkmalschutz gestellte Orgel wurde 1939 durch Paul Ott (Göttingen) einer ersten Renovierung unterzogen und 1982/83 durch Alfred Führer (Wilhelmshaven) nach denkmalpflegerischen Maßstäben restauriert. Inzwischen machen Schäden an der Mechanik und teilweise mangelnde Windversorgung wieder einmal eine gründliche Reparatur erforderlich.

Reinhard Ruge
 

Historische Beschreibung der Orgel

Dieses Dokument stammt aus dem Jahr 1935. Ein unbekannter Verfasser erzählt ausführlich die Geschichte der Orgel.

Faltblatt zur Orgel

Ein zweiseitiges Faltblatt zum Herunterladen mit krzem geschichtlichem Abriss und Beschreibung der derzeitigen Orgeldisposition.